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Frühlingszeit – Bienenzeit. Und bald Robo-Bienenzeit?

Aktualisiert: 15. Apr. 2023



Der Frühling ist eine wunderbare Jahreszeit, in der die Natur zu neuem Leben erwacht: Überall sprießen Blumen und auch die ersten Bienen sind wieder zu sehen. Doch die traurige Nachricht: Es gibt immer weniger von ihnen, was ist ein großes Problem darstellt. Denn Bienen sind für unsere Umwelt und unsere Ernährung von großer Bedeutung, zumal sie eine wichtige Rolle bei der Bestäubung von Pflanzen spielen.


Ohne Bienen gäbe es viele unserer Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Nüsse nicht. Daher müssen alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um das Bienensterben zu verhindern. Das Szenario von Robo-Bienen als Backup sehen wir dabei allerdings nicht – unter anderem deshalb, weil die Bestäubungsdrohnen viel Energie, Plastik, Metalle und Lithium für die Batterien benötigen. Außerdem landen die künstlichen Bestäuber, wenn sie in der freien Wildbahn beschädigt werden, als Elektroschrott in der Natur und gefährden wiederum Vögel und andere Tiere.


Wir haben uns deshalb auf die Suche nach alternativen Lösungen gemacht und stellen euch drei innovative Ansätze aus unserem Kompass vor: eine technologische, eine unkonventionelle und eine alltagstaugliche Lösung.


TECHNOLOGISCH ... Mit IoT und künstlicher Intelligenz Bienen schützen und effizient nachhaltigen Honig gewinnen


3Bee, ein Agritech-Start-up aus Italien, möchte mithilfe von IoT-Technologien (das Kürzel steht für „Internet of Things“) und KI-Algorithmen zum Bienenschutz beitragen und damit für mehr Biodiversität sorgen. Die zum Einsatz kommenden Algorithmen sind nicht nur darauf ausgerichtet, Anomalien zu entdecken oder Krankheiten vorherzusagen, sondern auch darauf, den Honigertrag zu prognostizieren. Das Gerät ist mit solarbetriebenen Sensoren ausgestattet. Zudem geben GPS-referenzierte Daten Aufschluss über Feuchtigkeit, Temperatur und Geräusche im Bienenstock. Auch das Ertragsgewicht kann mittels LED-Anzeige in Echtzeit ermittelt werden. Das System bietet Imkereien außerdem Handlungsvorschläge und Entscheidungshilfen an. Derzeit werden mit dem System über eine Milliarde Bienen überwacht und an die 10.000 Imkereien unterstützt. Spannend für Unternehmen und Privatpersonen: Über die 3Bee-Website ist es möglich, sich zu einer Bienenstockpatenschaft anzumelden. Dabei kann man nicht nur aus verfügbaren Bienenstöcken wählen, sondern auch bevorzugte Blüten angeben. Später erhält man dann den Honig geliefert. In der Zwischenzeit können sich Neugierige auf der Plattform auf dem Laufenden halten und mitverfolgen, wie viele Blumen die „Adoptivbienen“ zum jeweiligen Zeitpunkt bereits bestäubt haben und welche Mengen an Honig insgesamt zu erwarten sind. [1] [2]


UNKONVENTIONELL ... Urban Gardening auf dem Friedhof


Mit einem ganz unkirchlichen, dafür sehr modernen Ansatz machte der Wiener Friedhof Matzleinsdorf von sich reden. Hier ist es möglich, auf aufgelassenen Gräbern Gemüse jeder Art anzupflanzen und zu ernten. Dabei handelt es sich um Gräber, die stillgelegt oder auch geräumt wurden, zumindest gegenwärtig nicht in Gebrauch sind. Der Leiter der Friedhofsverwaltung versichert, dass die Wurzeln der angebauten Pflanzen und des Gemüses eh nicht tief genug reichen, um die Gebeine der Toten zu erreichen. 20 der 8.600 Gräber auf dem Friedhof sind derzeit bepflanzt: Hier gedeihen Zucchini, Erdbeeren, Petersilie und Tomaten. 1.500 Gräber sind derzeit aufgelassen; Hobbygärtnernde können die Grabflächen anmieten und mit dem Anbau loslegen. Dem Leitenden ging es vor allem darum, die Gräber durch den neuen, gedeihenden Zweck vor der Verwahrlosung zu bewahren. Und die Besuchenden der letzten Ruhestätte freut die Modernität des Ansatzes. Genauso werden hier Grabsteine als Büchersteine genutzt oder demnächst soll ein Bienenlehrpfad eingerichtet werden. Auch in Berlin macht sich der gegenwärtige Wandel der traditionellen Trauer- und Begräbniskultur bemerkbar. Hier finden sich bspw. Hochbeete auf einem Friedhof inmitten des trubeligen Kreuzbergs – eine Umnutzung von Friedhofsfläche in Urban-Gardening-Strukturen. [3]


ALLTAGSTAUGLICH ... Einpflanzbare Wandkalender und Visitenkarten für mehr Saatgutvielfalt und Stadtbienen


Um eine gewachsene Idee – im wahrsten Sinn des Wortes – handelt es sich beim einpflanzbaren Wandkalender, den eine Studentengruppe im Rahmen eines Gründerwettbewerbs an der Universität Erlangen-Nürnberg ins Leben rief. Denn aus der Gewinneridee ist mittlerweile „primoza“ entstanden. Das Start-up hat sich zum Ziel gesetzt, gegen übermäßigen Müll, für mehr Saatgutvielfalt und vor allem für einen „bunteren“ Lebensraum von Stadtbienen zu sorgen. Hobbygärtner und solche, die es noch werden wollen, werden mithilfe des Kalenders durch das gesamte Gartenjahr begleitet. Jeder Kalender enthält zwölf Samenstreifen mit besonderem Biosaatgut für hübsche Blumen und besonderes Gemüse sowie Kräuter zum Selbstanbauen. Im Kalenderblatt aus Samenpapier ist samenfestes Saatgut eingearbeitet, das am Ende des Monats einfach zerrissen und in die Erde gebracht werden kann, sei es im Garten, am Balkon oder am Fensterbrett. Der Kalender ist zudem mit Einpflanztipps versehen, sodass auch Unerfahrene zum Hobbygärtner mit grünem Daumen werden können. Neben den Kalendern gibt es auch Gruß- und Visitenkarten. Und auch Familienplaner und Kinderbücher sind im Angebot. Und weil Bienen und Blumen einfach zusammengehören, gibt es auch nachhaltig und fair produzierte T-Shirts, auf die beide Motive gedruckt sind – samt Schriftzügen wie „Bee conscious“, was die gesamte Unternehmensphilosophie auf den Punkt bringt. [4]


Teaserbild für unseren Innovationskompass mit Anmeldebutton

Bleibt nur noch zu sagen: BEE CONSCIOUS, um dem Bienensterben Einhalt zu gebieten.


Grüße aus dem INNO-VERSE

Das in-manas-Team


 

QUELLEN UND VERTIEFUNGSTIPPS





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